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Am Start: Schule.

Liebe Gemeindeglieder, liebe Leser*innen,

jetzt also ist es wieder soweit: Auch bei uns in Bayern gehen in diesen Tagen die Sommerferien zu Ende und der schonungslos ertönende Weckton des Handys – zu gefühlt noch nächtlicher Stunde – in zahllosen Kinder- und Jugendzimmern zeugt davon. Ein Schuljahr zwar weiterhin unter gebotener Vorsicht und eben doch ganz im Zeichen von Präsenzunterricht solle es endlich wieder werden – so zumindest die klare und deutliche Ansage der politisch Verantwortlichen im Land.

Für rund 115.200 sog. ABC-Schützen fühlt sich all das nochmals um einiges aufregender an, da für sie ihre Schulzeit eben gerade erst beginnt. Schulkind sein – das macht größer. So erzählte dies vor Jahren eine Mutter, als deren Sohn eingeschult wurde. Wie stolz ihn das machte, jetzt endlich ein Schulkind zu sein und nicht mehr ‚nur‘ ein Kindergartenkind!

Inzwischen hat er eine Lehre gemacht und arbeitet. Hat seinen Weg gefunden, ist wach und aufmerksam geblieben, was nicht heißt, dass es nicht auch so manche Probleme gegeben hätte. Die aber gehören zum Größerwerden mit dazu. Nur gut, wenn sie von allen ausgehalten und gemeinsam überwunden werden. Erinnern Sie sich noch an Ihren ersten Schultag? Früher dominierte da ja häufig noch die Rede vom „Ernst des Lebens“, der nun beginnen würde.

Heute gibt es da oft ein großes Fest mit der ganzen Familie und Freunden, um den Schulstart gebührend zu feiern. Kinder sollen, können, dürfen wachsen in der Schule. Wachsen an den Aufgaben, die ihnen gestellt werden und deren Lösungen sie nach und nach lernen. Wachsen mit und an den andern, die an ihrer Seite stehen. Weil sie sich etwas abgucken, was vormachen und zeigen können. Wachsen als Teil der Gemeinschaft, die sie erleben und zugleich an den Konflikten, die in Gemeinschaften eben auch nicht ausbleiben. Wachsen unter den achtsamen Augen ihrer Lehrer*innen, die hoffentlich erkennen, was sie dafür brauchen. Und wachsen im Schutzraum ihrer ganzen Familie, wo sie ermutigt, getröstet und stets liebevoll begleitet werden. Im Idealfall!

Wir alle wissen freilich, dass dem nicht immer so ist. Auch Kinder können gemein sein zueinander, genau den Punkt treffen, der weh tut. Lehrer*innen sind manchmal schlicht überfordert mit den vielen Bedürfnissen, die sie wahrnehmen und auf die sie pädagogisch angemessen reagieren sollen. Doch selbst in Familien finden Kinder auch nicht immer die Zuwendung, die sie gerade brauchen. Und dies ist unter Corona-Bedingungen für alle Beteiligten gewiss nicht leichter geworden.

Umso wichtiger wird es, den Blick zu weiten: Wer ist noch an meiner Seite? An wen kann ich mich wenden? Wer hilft mir beim Wachsen? Wer gibt mir Kraft für meine Aufgaben? Das gilt ja für Schulkinder, ihre Lehrer*innen und Familien gleichermaßen. Bei dieser Suche könnte uns Jesus auf eine Spur führen. Jener Wanderprediger aus Nazareth nämlich war so einer, der Menschen immer wieder aufgerichtet hat. Der Geduld hatte mit den Bedürftigen, einer, der zuhören konnte. Auf Jesus zu vertrauen, darauf, dass er auch an meiner Seite ist, mit mir geht – das stärkt und tröstet.

Den Kindern, die jetzt neu in die Schule kommen, wünschen wir, dass sie erleben mögen, dass Gott an ihrer Seite ist. Dass sie die Zuwendung und Aufmerksamkeit erfahren, die sie brauchen, um fröhlich zu lernen und zu wachsen. In Zeiten wie diesen mögen dazu auch Eltern und Paten den Kindern getrost die Hände auflegen. Vielleicht liegt darin auch ein Anfang dafür, eine alte Tradition wiederzubeleben. Dass Eltern (und Großeltern) mit ihren Kindern nicht nur beten, sondern sie auch segnen. Sie ihnen die Hände auflegen und sie dabei spüren lassen: du bist beschützt und behütet.

Wir haben den Eindruck, dass das guttun könnte – die Berührung und der Zuspruch. Denn dieser kommt ja nicht von uns, sondern wir alle geben lediglich weiter, wovon wir selber leben, was auch uns zugesagt ist.

Das gute und zugleich beruhigende Gefühl, bald schon an der neuen Schule auch wirklich von Herzen willkommen zu sein wünschen Ihnen und Euch

Ihre Pfarrer Wolfgang Popp und Gerd Schamberger

Zu Besuch in Franken

Liebe Gemeindeglieder, liebe Leser*innen,

in diesen sommerlichen Tagen ist in unserer Gemeinde Pastor i. R. Klaus Zastrow aus Bückeburg zu Gast. Er gehört somit der Evang. Landeskirche Schaumburg-Lippe an, die mit aktuell knapp 50.000 Gemeindegliedern zu den kleinsten deutscher Landeskirchen innerhalb der EKD gehört. Wir heißen ihn zusammen mit seiner Frau hier im wunderschönen Altmühltal nochmals herzlich willkommen und freuen uns, dass er bis Anfang September den Dienst als Kur- und Urlauberseelsorger versieht.

Ein solch unterstützender Dienst durch die Kollegenschaft anderer Landeskirchen ermöglicht es auch uns, den Pfarrer*innen vor Ort, in den sommerlichen Ferienwochen mal mit ruhigem Gewissen Urlaub zu nehmen, durchzuschnaufen und hierbei die Möglichkeit zu bekommen, den inneren Akku für bevorstehende Aufgaben wieder neu aufzuladen.

So bitten wir Sie herzlich, Pastor Zastrow und seine Frau mit offenen Armen hier bei uns zu empfangen, ihn bei seinen unterschiedlichen Diensten nach Kräften zu unterstützen und ihn so in unser gemeindliches Miteinander gastfreundlich mit aufzunehmen.

Sie können ihn regelmäßig bei den sonntäglichen Gottesdiensten erleben, er wird die wöchentlichen Abendandachten immer samstags um 19 Uhr in der Weidenkirche gestalten und auch mal eine Taufe, Trauung oder Beerdigung übernehmen. Neben diesen Diensten steht ihm aber auch zu gleichen Teilen die Möglichkeit offen, hier bei uns im malerischen Altmühltal sowie im angrenzenden Fränkischen Seenland Gottes wunderbare Schöpfung zu erkunden und dabei die Seele ein wenig baumeln zu lassen.

Ist es doch genau das, wonach wir uns alle miteinander in diesen ruhigeren, sommerlichen Wochen so sehr sehnen.
Der Theologe Hans Würdinger hat genau dies in treffende Worte gefasst, wenn er schreibt:

manchmal sehne ich mich
nach einer guten Aussicht
wenn alles mühsam ist
dunkel bedrückend

manchmal sehne ich mich
nach einem Blick in den Himmel
in die Weite und Freiheit
in Zukunft und Hoffnung
in die Unendlichkeit Gottes

schau auf himmelwärts
schau nach oben
bleib nicht gefangen
in deinen Sorgen
hab Mut hab Vertrauen
du bist daheim im Frieden
in der Liebe des Vaters im Himmel

manchmal sehne ich mich
nach diesem offenen Himmel
nach dieser guten Aussicht
manchmal muss ich dazu
einfach nur nach oben schauen
himmelwärts

Möglichst viele solcher sehnsüchtigen Blicke himmelwärts in diesen Tagen –
die wünschen Ihnen von Herzen,

Ihre Pfarrer i. R. Klaus Zastrow, Wolfgang Popp und Gerd Schamberger

Reif für die Insel

Liebe Gemeindeglieder, liebe Leser*innen,

auch bei uns in Bayern ist es nun endlich soweit: Die Schulferien haben begonnen, der Urlaub ist da. Zahllose Menschen setzen sich in diesen Tagen in Bewegung, sagen Stress und Alltag „Ade“ und suchen in der Ferne oder in der Region Erholung und Entspannung. Wir Menschen freuen uns auf diese wertvollen Wochen im Jahr, denn Hektik und Anstrengung fordern ihren Tribut. Viele fühlen sich ausgelaugt, haben keine Kraft mehr.

Sind auch Sie urlaubsreif? Oder sind längst „reif für die Insel“, wie man es zuweilen auch etwas lockerer formuliert? Für viele von uns waren schließlich die letzten Wochen und Monate eine ziemlich anstrengende Zeit; und nicht wenige unter uns freuen sich darum gemeinsam mit ihren Familien auf die nun begonnenen Sommerferien.

„Ja, ich bin urlaubsreif“, so sagen Sie. Aber – bin ich auch wirklich „reif“ für den Urlaub? Beides hört sich sehr ähnlich an – und doch… Es ist interessant und spannend zugleich, dass dieses kleine Wörtchen „reif“ in unserer deutschen Sprache einen doppelten Wortsinn hat. „Ich bin urlaubsreif“ – damit möchte man wohl sagen, dass man von allem die Nase gestrichen voll hat, dass es einem bis oben steht, dass man einfach nur weg will und vor allem hier raus.

„Ich bin reif“ dagegen meint, eine gewisse Vollendung erreicht zu haben, zum Beispiel wie bei einer Frucht, die nun endlich gepflückt werden kann. Eine gewisse Reife zu haben, bedeutet dann, einen Wachstums- oder Lebensabschnitt erfolgreich abgeschlossen zu haben. Eben dies meint auch die bis heute gebräuchliche Bezeichnung der sog. „Allgemeinen Hochschulreife“ für den erfolgreichen Abschluss der Schulzeit am Gymnasium.

„Ja, ich bin urlaubsreif“, aber – bin ich wirklich auch „reif“ für den Urlaub? Oder, mit anderen Worten: Hab‘ ich die „Kunst des Urlaubmachens“ überhaupt jemals gelernt? Dieser soll nämlich keine Flucht aus dem Alltag sein. Auch keine bloße Reduzierung des Lebens auf diese wenigen Tage und Wochen im Jahr. Und deshalb ist es gefährlich, allzu viel an Wünschen und Erwartungen in diese Zeit hineinzupacken.

Die „Kunst des Urlaubmachens“ bedeutet vielmehr, im Urlaub sehr bewusst ein Gegengewicht zum Alltag zu setzen, ohne diesen dadurch entwerten zu wollen. Wenn ich in meinem Alltag viel mit Menschen zu tun habe, dann suche ich im Urlaub vielleicht eher die Einsamkeit. Wenn ich viel alleine bin, mag mir im Urlaub menschliche Nähe gut tun. Wenn ich sehr verplant und nach Terminkalender lebe, dann brauche ich in den Ferien mehr spontane Aktionen. Wenn ich viel unterwegs bin, fühle ich mich in einer vertrauten Landschaft wohler. Wer eher geordnet lebt, mag den Nervenkitzel suchen, wer dagegen bereits im Alltag genug Aufregung hat, ist für Ruhe und Entspannung dankbar.

Alltag und Urlaub – zwei Bereiche, die sich ergänzen und deswegen zusammengehören. Alltag und Urlaub – zwei Bereiche, die gemeinsam beitragen zu einem gelingenden Leben. Alltag und Urlaub – zwei Bereiche, die uns vom Schöpfer selbst vorgegeben sind. Denn in sechs Tagen erschuf Gott die Welt, und am siebten ruhte er. Und selbst sein Sohn Jesus Christus suchte später zwischen seinen Predigten auch immer wieder die Ruhe und das Alleinsein. Warum also sollten wir es anders machen?

Ihnen allen darum nun hinreichend innere Reife für gleichermaßen entspannte wie erholsame Ferienwochen,

Ihre Pfarrer Wolfgang Popp und Gerd Schamberger

Land unter.

Liebe Gemeindeglieder, liebe Leser*innen,

Wasser. In Häusern und auf Straßen. Überall Wasser. Soweit das Auge reicht. Autos und Lieferwagen von den Fluten wie Spielzeug einfach mitgerissen. Bäche werden zu Seen, und Menschen obdachlos. Es gibt Zerstörung, Tote und Vermisste. Nicht irgendwo, weit weg in Asien, sondern hier bei uns. Allein in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen starben mehr als 160 Menschen. Auch Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen kämpfen mit den Wassermassen. Und selbst den Süden Bayerns hat es ähnlich hart getroffen. Die Liste ist lang. Bilder im Netz und im Fernsehen machen sprachlos.

Unsere Gedanken und Gebete gehen zu den Familien dort und zu den vielen erschöpften Helferinnen und Helfern. Gebe Gott, dass die Trauernden und Bangenden Beistand und Trost erfahren. Ja, und dann sind da auch die Hitzerekorde in Spanien, sogar am Nordpol. Gigantische Flächenbrände im Nordwesten der USA. Erschütternde Szenen von hungernden Kindern auf Madagaskar. Die Armut in längst zu vielen Teilen der Welt nimmt rasant zu; Corona verschlechtert die Lage drastisch. Und auch hier bei uns fragen zunehmend mehr junge Menschen, welche Zukunft da auf sie zukommen mag.

 „Rette mich, Gott, denn das Wasser steht mir bis zum Hals!
Ich versinke in tiefem Schlamm und finde keinen Halt.
Das Wasser reißt mich in die Tiefe, die Flut überschwemmt mich.“ (Psalm 69, 2+3 | Neue Genfer Übersetzung) 

Dieses Gebet aus dem Alten Testament ist rund 3.000 Jahre alt. Aber es klingt, als wäre es erst gestern aufgeschrieben worden. Einen Unterschied gibt´s allerdings: Die Fluten, die wir in den letzten Tagen erlebt haben, sind kein Zufall. Kein bloßes Wetterphänomen. Sie sind eine von zahlreichen Folgen des Klimawandels. Wissenschaftler sagen: Der sogenannte ‚Jetstream‘ in der Atmosphäre wird immer langsamer. Dadurch bleiben auch Regenwolken länger über ein und derselben Stelle. Was sich demnach früher über große Flächen verteilt hat, regnet heute auf wenige Quadratkilometer herunter.

Die Sorgen werden größer und man fragt sich: Wie bloß schaffen wir es, beieinanderzubleiben, als Gesellschaft zusammenzuhalten, vielleicht sogar als Weltgemeinschaft Solidarität wirklich zu leben, auch wenn wir vieles nicht ändern und manche Katastrophe nicht werden abwenden können? Wie gelingt es uns, Verantwortung zu übernehmen – nicht nur für den Zustand der Welt, sondern auch füreinander, jetzt doch gerade in den Krisen?

Was also können wir tun? Können – nein: MÜSSEN endlich Gottes Auftrag an uns ernst nehmen und die Erde nicht nur bebauen, sondern diese auch bewahren. Weniger CO2, mehr Solar- und Windkraft, weniger Fleisch… wir wüssten, wie es gehen könnte. Nur: Viel Zeit haben wir wohl nicht mehr.

Jede Naturkatastrophe erinnert auch heute daran, dass unser Leben bedroht ist. Urgewalten wie das Wasser umgeben uns. Die Erdoberfläche ist zu 71 % mit Wasser bedeckt. Wir brauchen Wasser zum Leben und erfahren doch in jeder Generation wieder, wie zerstörerisch Wasser sein kann. Der jüngste Tsunami, das Elbhochwasser, die Oderflut, Land unter in Hamburg, Sturmfluten an der Nordseeküste – es sind unzählige Katastrophen. Wir versuchen, sie zu beherrschen, aber es gelingt eben nicht wirklich.

Das Lebensgefühl in der Zeit, in der vor abertausenden von Jahren die Bibel einst entstanden ist, war ganz ähnlich: Es kann nicht mehr lange gut gehen mit der Welt, meinten viele. Katastrophenszenarien allerorten, auch damals schon, und immer wieder diese Ohnmachtsgefühle. „Aber es gibt da EINEN, der uns im Innersten zusammenhält“, so haben es die religiösen Menschen einst geglaubt – und gesagt: Wir geben nicht auf, wir geben erst recht uns nicht auf. Und sie haben darum Gemeinden gegründet und diese gepflegt. Hoffnungsgemeinschaften, die zuversichtlich auf die ungewisse Zukunft zugegangen sind.

Ja, denken wohl viele in diesen Tagen, zu solch einer gemeinschaftlichen, zuversichtlichen und verantwortungsbereiten Haltung sind auch wir in der Lage. Unser aller Kraft und Mitmenschlichkeit werden jetzt gebraucht. Und zuvorderst wohl eben auch das inständige Gebet verbunden mit einer wieder verstärkten Hinwendung zu Gott als dem Schöpfer unserer einen Erde …

Ihre Pfarrer Wolfgang Popp und Gerd Schamberger

Geistreich

Liebe Gemeindeglieder, liebe Leser*innen,

wiedermal steht es unmittelbar vor der Tür: das sozusagen dritte große Fest im laufenden Kirchenjahr und damit wohl auch das theologisch schwierigste. Warum? Hierzu wollen wir gerne Gedanken von Hans Dieter Hüsch mit Ihnen teilen. Dieser nämlich schreibt …

Im Namen des Vaters und des Sohnes,
das ist vorstellbar, fassbar,
sogar anfassbar – salopp gesagt,

aber im Namen des Heiligen Geistes,
das ist nicht so berechenbar,
denn der Geist ist unsichtbar,
und der Heilige Geist nicht nur unsichtbar,

der ist oft auch nicht erkennbar,
denn seine Welt ist fassungslos,
teilweise sogar sprachenlos,
für viele sogar aussichtslos;

Er ist von wolkenloser Musikalität,
und wenn man ihn wiegen könnte,
ganz leicht und deshalb so schwierig,
je leichter der Heilige Geist,
desto mehr steckt in ihm.

Er weiß alles, sieht und hört alles,
auch jetzt sieht und hört er uns.
Er ist im Auftrag Gottes unterwegs,
uns das Schwere leicht zu machen.

Ich will nicht sagen, dass er immer bei uns ist,
wie man in manchen Vorträgen hört.
Er hat auch alle anderen Lebewesen
in Gottes Welt zu beflügeln.

Wie oft schon hat er uns verlassen,
der Heilige Geist,
das heißt eigentlich,
wir haben ihn verlassen;

wie oft hat er es uns schwer gemacht,
das heißt, wir haben es ihm schwer gemacht;
und es gibt ja auch Tage bei uns,
wo wir ihn wirklich nicht spüren
mit unserem kleinen Menschenglauben,
wo wir ihn uns jedes Mal
aufs Neue erfüllen müssen und glücklich sind,

wenn das Schwere plötzlich in uns abfällt
und der Geist hier bei uns ist
und Probleme sich aus dem Staub machen
und die Menschen wieder anfangen zu lächeln.

Gott ist leicht;
Gott ist nicht schwer,
Gott ist schwierig, ist kompliziert,
ist hochdifferenziert,
aber nicht schwer.

Gott ist das Lachen, nicht das Gelächter,
Gott ist die Freude, nicht die Schadenfreude,
das Vertrauen, nicht das Misstrauen,
er gab uns den Sohn, um uns zu ertragen
und er schickt seit Jahrtausenden
den Heiligen Geist in diese Welt.

In solchem Sinne Ihnen allen ein gleichermaßen geistreiches wie gesegnetes Pfingstfest,

Ihre Pfarrer Wolfgang Popp und Gerd Schamberger

Schaut hin

Liebe Gemeindeglieder, liebe Leser*innen,

es war der wohl bisher ungewöhnlichste und zugleich spektakulärste Ort für die Eröffnung eines Kirchentages: Nämlich vom Dach eines Parkhauses in der Frankfurter Innenstadt. Dort nämlich hatte man an Christi Himmelfahrt den Beginn des zwischenzeitlich 3. Ökumenischen Kirchentages eingeläutet. Der Gottesdienst auf dem obersten Parkdeck wurde wegen der Corona-Pandemie nur von rund einem Dutzend Mitwirkenden gestaltet und in der ARD live übertragen.

„Wir wollen Ihnen ein Stück vom Himmel nach Hause bringen“, sagte die Wuppertaler Theologin Sarah Vecera zu Beginn des Open-Air-Gottesdienstes bei strahlendem Sonnenschein im schmucken Hessenland. „Denn ein bisschen Himmel kann wohl jede und jeder von uns gut gebrauchen in diesen Zeiten“, so Vecera vor dem Hintergrund der Frankfurter Skyline.

Ein buntes Gewusel von etlichen Zehntausenden an Teilnehmenden, viele mit umgehängten Kirchentagsschals: Genau so stellte man sich lange noch im Vorfeld auch den 3. Ökumenischen Kirchentag Mitte Mai in Frankfurt am Main vor – bis dann Corona kam. Alles Planen und Vorbereiten also auf Reset: Nun eben möge es ein fast ausschließlich digitaler werden. Die Losung „Schaut hin“ aus Mk 6, 38 bekam dadurch noch mal einen ganz eigenen Klang.

Nach Worten der evangelischen Kirchentagspräsidentin Bettina Limperg, die aktuell auch dem Bundesgerichtshof vorsteht, hat sich der ÖKT in diesem Jahr komplett neu erfunden. Es sei eine große Chance und ein Geschenk, dass angesichts der noch immer andauernden Pandemielage eine solch bedeutende Großveranstaltung für jeden, national und international, überhaupt möglich sei. Der ÖKT wolle in dieser Zeit Diskurs, aber auch Halt und Trost bieten.

Auch die politische Prominenz Deutschlands hat ihre Teilnahme am digitalen Christentreffen zugesagt. Nicht nur der amtierende Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Bundeskanzlerin Angela Merkel sind mit dabei. Auch drei Anwärter auf Merkels Nachfolge wollen teilnehmen: Armin Laschet (CDU), Annalena Baerbock (Grüne) und Olaf Scholz (SPD). Hinzu kommen etliche Bundesminister*innen und amtierende Ministerpräsident*innen.

Steinmeier will am Sonntag vor dem Schlussgottesdienst live von der Weseler Werft am Main zu den Themen des ÖKT sprechen. Merkel beteiligt sich am Samstag an einem Gespräch über den Klimaschutz und spricht unter anderen mit ‚Fridays-for-Future‘-Aktivistin Luisa Neubauer. Ebenfalls am Samstag präsentieren sich die Kanzlerkandidaten: Scholz spricht bei einem Forum zum Thema „Wer zahlt die Rechnung der Corona-Pandemie?“, Baerbock befasst sich mit der Klimakrise und Laschet stellt sich Fragen zu Wirtschaft und Finanzen.

Erstmals auf einem Katholiken- oder Kirchentag ist mit Jens Stoltenberg auch der NATO-Generalsekretär vertreten. Ein Teil der Veranstaltungen wurde bereits im Vorfeld aufgezeichnet und wird dann am Samstag online gestellt.

Über die Internetseite www.oekt.de findet man ein reichhaltiges Angebot zu den einzelnen Themenfeldern und kann sich gezielt zu den gewünschten Angeboten durchklicken. Versuchen wir es diesmal eben auf solche, für einen Kirchentag zugegeben gewiss etwas ungewohnte Weise, ein wenig von der Stimmung mit aufzufangen, die sich dann hoffentlich in zwei Jahren schon in der nahegelegen Metropolregion Nürnberg wieder deutlich analoger anfühlen dürfte. Und dort dann die Besucher*innen des DEKT 23 von allen möglichen Ecken voller Staunen und wieder ganz real zu hören bekommen:

 „A su a Gwerch. Wou kummers ner nacherd blouß alle her, die Leit.“
Für die wenigen Nordlichter, denen sich das nicht erschlossen hat: Das ist Fränkisch und meint:
„Welch ein Gedränge. Woher nur kommen denn alle diese Menschen?“

Ihnen allen nun ein rundum interessiertes und zugleich spannendes Kirchentagswochenende – diesmal eben mal von zu Hause aus,

Ihre Pfarrer Wolfgang Popp und Gerd Schamberger

Christi Himmelfahrt

Liebe Leser*innen!

Ich fahre mit dem Zug nach Nürnberg. Vom Hauptbahnhof dort will ich weiter in die U-Bahn. Dort, an der Endstation auf meinem Weg zur Regionalbischöfin angekommen, werde ich angesprochen: Was steht bitte auf dem Schild geschrieben?

Ich muss mich erst vergewissern, schaue mich um, ob ich auch gemeint bin. Ein junger Ausländer, wohl aus einem afrikanischen Land, sieht mich freundlich an und zeigt auf ein Schild mitten auf dem Bahnsteig. Sein Deutsch ist gut verständlich. Mit der Hand zeigt er auf eine Tafel; sie ist mir bisher nie aufgefallen. Obwohl, eigentlich fällt man, salopp gesprochen, direkt drüber. Auf ihr steht: „Beim Aussteigen bitten wir um Beachtung des Höhenunterschieds zwischen Zugtür und Bahnsteigkante.“

Ich lese die Zeilen noch einmal. Ein Satz, zwölf Wörter, fünf Hauptwörter; drei von diesen wiederum ihrerseits aus mehreren Hauptwörtern zusammengesetzt. Klar, ich weiß, was gemeint ist. Obwohl, zwei Mal lesen schadet nicht, um es auch wirklich zu verstehen. Ich denke mir: Klassisches Behördendeutsch.

Also, was sagt die Tafel, muss ich tun? Und wie erkläre ich dem jungen Mann, was er tun müsste. Aber eigentlich ja doch nicht zu tun braucht? Stimmt, wirklich nicht leicht zu verstehen. Und noch mehr, für jemanden, der meine Sprache vielleicht erst mühsam gelernt hat. Etwas mühsam hoffe ich, dass es mir gelingt.

Später im Büro erzähle ich einem Kollegen davon – und dass ich symbolisch ganz schön ins Schwitzen kam, dem jungen Mann alles richtig zu sagen.

Der Kollege lacht und sagt: Ich war nach Ostern in London. Dort ist das ganz einfach. Dort in der U-Bahn braucht man für denselben Sachverhalt nur drei einfache Worte: „Mind the gap.“ Also schlicht: „Denk an die Lücke.“ Jedem ist klar, was gemeint ist, ob Einheimischer oder Tourist. Pass auf. Stolpere nicht! Wie viele Deutschkurse wohl nötig sind, um die Aufforderung aus unserer U-Bahn zu verstehen?

Später, abends, bei der Heimfahrt geht es mir durch den Kopf. Kompliziert reden – das können nicht nur Behörden und Juristen und Verwaltungsfachleute. Auch bei uns Theologen ist das viel zu oft so. Natürlich, das kann einen wichtigen Grund haben. Es ist eben nicht immer leicht zu beschreiben, was den Glauben an Gott und seinen Sohn Jesus Christus ausmacht.

Ein Wort aus dem Hebräerbrief für den längst zurück liegenden Palmsonntag fällt mir wieder ein. Ich habe es mir vor ein paar Wochen aus gegebenen Anlass extra noch einmal notiert: „Es ist aber der Glaube eine feste Zuversicht dessen, was man hofft, und ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht.‘“ (Hebräer 11,1) – O je. Wer soll das verständlich übersetzen? Glaube und hoffen verstehe ich noch. Und auch Zuversicht. Aber wie passt das jetzt alles zusammen?

Ein bisschen drückt das Wort wohl auch von dem aus, wie es damals den Christen erging. Zu Zeiten des Hebräerbriefs, grob gesagt um 100 nach Jesu Geburt. Die Lage war unübersichtlich in den ganz jungen Gemeinden. Viel Hilfe von oben, von den Leitern der Kirche, gab es noch nicht. Und so lasen sie diese Sätze ihres Apostels, die gut gemeint waren. Aber ob so ein Zuspruch die Unsicherheit in ihnen beendete? Immerhin, da steht das Wort „Zuversicht“.

Mehr Sicherheiten gibt es nicht im Glauben. Heute kann ich mir meiner Glaubenssache gewiss sein; morgen beginne ich zu zweifeln. So ist das leider. Und wenn ich mir meines Glaubens auch morgen noch gewiss bin, kommen mir vielleicht Zweifel von außen. Ist mir meine Welt gerade sicher, ist es die Welt anderer noch lange nicht. Zweifel lauert überall.

Warum muss etwas manchmal so sein, wie es ist? Das ist eine der Grundfragen unseres Glaubens. Und Gott antwortet scheinbar nicht, zumindest nicht dann, wenn ich will. Oft sehe ich die Nähe Gottes gar nicht. Erkenne ich Gottes Güte nicht. Dann gibt es nur eins: Zuversicht. Ich suche mir einen festen Punkt, der mich hält. Und gehe wackelig auf diesen festen Punkt zu. Der heißt: Gott ist bei mir. Er hält mich bei meiner rechten Hand. In dieser Zuversicht, laufe ich, vorsichtig, Schritt für Schritt. Dabei halte ich mich an Gottes Versprechen. So lange, bis die Zuversicht zur Hoffnung wird.

Zurück zu den Gedanken am Bahnsteig, – und dass in unserem Glauben manchmal alles recht kompliziert scheint.

Klar, ich weiß um die Botschaft von  Himmelfahrt. Gott ist da. Aber zugleich „habe“ ich davon nichts. Zumindest nicht so, dass ich darüber verfügen könnte. Jesus ist nicht so da, wie die Menschen um mich, hier.

Mind the gap  –  denk dran, da ist eine Lücke.

Himmelfahrt diese Woche –  es bringt diese Erfahrung des Glaubens, der Zuversicht, der Hoffnung  auf den Punkt.

Jesus lebt, und doch ist er nicht unter den Lebenden hier auf Erden, eben Himmelfahrt. Diese Lücke dieses „Zwischendrin“ braucht es einfach.

Nicht viele Worte, viele Erklärungen. Einfach nur: Denk an die Lücke. Dann klappt das schon.

Mit einem herzlichen Gruß zu Himmelfahrt,
Ihre Pfarrer Gerd Schamberger und Wolfgang Popp

1. Mai

Liebe Gemeindeglieder, liebe Leser*innen,

geht es Ihnen auch so? In diesen Tagen kann man manches Liegengebliebene aufARBEITen. Der Nachbar legt den Rasen hinter dem Haus neu an. Andere schleifen Möbel ab und streichen sie. Ordner, Schränke, Schubladen werden ausgemistet und so neuer Platz geschaffen.

Erster Mai – historisch hat dieser Tag zu tun mit dem Streit um den Acht-Stunden-Arbeitstag, später dem Eintreten für die Fünf-Tage-Arbeitswoche. Und natürlich geht es auch Anfang der 20er Jahre des 21. Jahrhunderts noch immer um Fragen des Einkommens, des Urlaubsanspruchs, der Arbeitsverdichtung.

Überhaupt hat sich die ARBEIT für viele von uns grundlegend gewandelt. Viele praktizieren Homeoffice in diesen Wochen und Monaten. Manche oft noch immer in Kurzarbeit. Andere gar fürchten um ihren Arbeitsplatz und um ihr Auskommen. Läden und Firmen blieben und bleiben z. T. weiterhin geschlossen.

Anderes Arbeiten dagegen wird plötzlich aufgewertet: Medizinisches Personal, Verkäuferinnen und Verkäufer haben in Zeiten wie diesen Hochkonjunktur. Aber auch Freiwillige, die in Impfzentren mit anpacken oder Einkäufe für andere erledigen. Wir wünschen uns sehr, dass solche Erfahrungen nachhaltig sind und mittelfristig zu einem veränderten Wirtschaften und zu neuer, auch finanzieller, Bewertung von Arbeit führen.

Im Moment kommt aber noch ein anderer Aspekt von ARBEIT in den Blick: und zwar die seelische und die zwischenmenschliche. Die Nerven liegen bei uns allen weitgehend blank – allgemeine Gereiztheit allerorten. Man muss umgehen mit eigener schlechter Laune und mit Stress im Zusammenleben. Umgekehrt haben wir gerade auch in unseren Gemeinden echte Sehnsucht nach den Gruppen und Kreisen, nach Schüler*innen und Konfirmand*innen. Endlich mal wieder was gemeinsam machen: Singen, Spielen, Gedanken teilen.
Warum die Zeit eigentlich nicht nützen, um auch zwischenmenschlich Liegengebliebenes aufzuARBEITen? Im Johannes-Evangelium macht Jesus das vor (Johannes 21). Als Auferstandener begegnet er den Jüngern am See Genezareth. Sie essen miteinander. Jesus sitzt neben Petrus. „Hast du mich lieb?“ fragt Jesus. „Ja“ sagt Petrus. – Aber ihm fällt sofort ein, wie er sich am Abend von Jesu Verhaftung verhalten hat. Weggelaufen ist er. Verleugnet hat er ihn. Dreimal. „Hast du mich lieb?“ fragt Jesus noch einmal. Kein Bohren in alten Wunden. Das Alte soll nicht mehr zählen! Nur die Frage „Hast du mich lieb? Wollen wir wieder gut sein miteinander?“

Wie also wäre es, in diesen Tagen wieder mal Kontakt aufzunehmen zu Menschen, von denen man sonst eher wenig mitbekommt. Verstärkt Anteil zu nehmen an dem, wie einzelne Familienmitglieder, Freunde oder Bekannte momentan gerade fühlen. Was ihr Herz in diesen Zeiten schwer macht, es an den Rand des Zerbrechens führt …

Peter Gröger fand hierfür folgende Worte:

1.000 Scherben

Wenn eine Glasscheibe zerbricht,
dann hört man das.

Wenn ein Tonkrug zerbricht,
dann hört man das.

Wenn dagegen ein Herz bricht,
dann hört man nichts.
Und doch ist der Schmerz so gewaltig,
als würden alle Glasscheiben und Tonkrüge
dieser Welt brechen.

Ihnen allen nun einen rundum achtsamen wie gesegneten „Tag der Arbeit“,

Ihre Pfarrer Wolfgang Popp und Gerd Schamberger

Wunderbare VERWANDLUNG

KiGo online: Zusammen mit der Raupe Pasquarella wollen wir beim Online-Kindergottesdienst (über Zoom ) eine zugleich wundersame, aber ebenso wunderbare Geschichte miterleben. Sei dabei und erlebe es selbst mit!

Bitte melde dich rechtzeitig bis Montag, 19. April 2021, an bei:
Nicole Heinrichmeyer (E Mail nicole.heinrichmeyer@elkb.de ) oder
Petra Münch-Popp (E-Msail: familie.popp.pappenheim@web.de | 09143 830 333 )
Nach deiner Anmeldung erhältst du von uns eine Tüte mit allen weiteren Infos sowie allem, was du für den KiGo „@ home“ brauchst.

Auferstehung – die Zeit bleibt stehen

Das Bild zeigt einen kleinen Ausschnitt aus dem riesigen Kuppelfresko des Florentiner Doms. Giorgio Vasari und Federico Zuccari haben die Kuppel von 1572 bis 1579 ausgemalt. Das 4.000 m² große Fresko gilt als das größte der Welt und es thematisiert das Jüngste Gericht, die Auferstehung und Christus als den Weltenrichter. 

Ein kleines Detail, kaum zu sehen, aber so eindrucksvoll, ist auf dem Bild zu sehen. Jesus sitzt auf seinem Thron im Strahlenkranz, der Mandorla. Er sortiert dort die Menschen zur Rechten und zur Linken, zum ewigen Leben bzw. zur ewigen Verdammnis.

Zu seinen Füßen sieht man ganz klein den blauen Planeten Erde. Daneben ein kleiner Engel mit einem Hammer und einem Nagel. Von unten im Kirchenschiff sind diese Details kaum zu sehen. Auf einem virtuellen Spaziergang bequem online zu Hause, wird man auf dieses kleine Bild aufmerksam gemacht.

 Der Engel schlägt den Nagel in die sich drehende Erde – und damit bleibt sie stehen. Auferstehung. Die Erde, und damit die Zeit, bleibt stehen. Dann, bei der Auferstehung am Ende der Zeit, wird die Zeit angehalten.

Die Erde dreht sich nicht mehr um sich selbst. Denn alles ist vollendet. Recht wird gesprochen, Gerechtigkeit wird sein. „Nichts geht mehr“ – die Erd-Kugel bleibt liegen…

Auch ich möchte manchmal, dass die Zeit stehen bleibt: Vielleicht ist der Augenblick gerade so wunderschön. Im Urlaub, oder mit lieben Menschen, oder aufgrund der Stille rings um mich herum… Wer hält mir die Zeit an? Den Klän-gen der Musik zu lauschen, mit geschlossenen Augen, Die Musik spielt nur für mich. Wer hält mir die Zeit an?

Und genauso gibt es Momente, da möchte ich, dass die Zeit schneller vergeht. Minuten werden zu Stunden, Stunden zu Tage. Sinnloses Warten, zähe Sitzungen und Konferenzen. Aber auch das beklemmend-bittere Warten auf den Tod am Bett eines Sterbenden; das Aushalten von Trauer, Abschied nehmen. Da möchte ich die Zeit beschleunigen, der Erde einen Schubs geben, damit sie sich schneller dreht.

Ein toller Gedanke, finde ich. Das ewige Kreisen hat ein Ende. Und mein endliches Kreisen hat ein Ende. Meine Zeit bleibt einfach stehen und ich werde vor dem rettenden Richter oder dem richtenden Retter stehen. Er wird mich ansehen.

Und wenn ich ein bisschen verstanden habe von dem, was uns Jesus im neuen Testament sagt, wenn ich ein bisschen verstanden habe von dem, was Christus den Frauen am Grab zuspricht, dann brauche ich mir die Bilder von der ewigen Verdammnis nicht allzu lange ansehen.

„Friede sei mit dir“ – und mit der ganzen Welt.

Das Stöhnen der Erde und das Schreien der Menschen haben ein Ende. Das Kreisen in und um meine kleine Welt hat ein Ende. Selbstzweifel und Selbst-gerechtigkeit haben ein Ende: Friede sei mit dir. Christ ist erstanden, er ist auferstanden.

Wir wünschen Ihnen „Frohe Ostern!“
Ihre Pfarrer Gerd Schamberger und Wolfgang Popp

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