GG

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Hut ab!

Liebe Gemeindeglieder, liebe Leser*innen,

Fasching, Karneval, Fastnacht – seit gestern nun wieder Vergangenheit. Was heuer anders war: Kaum irgendwo Narren auf der Straße, keine so rechten Prunksitzungen und selbst die Faschingsferien in diesem Jahr Fehlanzeige. Am Tag nach Faschingsende heißt es dann alle Jahre wieder:

Am Aschermittwoch ist alles vorbei,
die Schwüre von Treue, sie brechen entzwei.
Von all´ deinen Küssen darf ich nichts mehr wissen.
Wie schön es auch sei, dann ist alles vorbei.

Der Unterhaltungskünstler Jupp Schmitz hat diese Zeilen einst bekannt gemacht. Mit dem Aschermittwoch verbinde ich bis heute die Erinnerung an eine Besonderheit aus meiner Kindheit. Die Jecken aus dem örtlichen Faschingsverein in meinem Heimatort Neustadt a. d. Aisch trafen sich jedes Jahr regelmäßig am Vormittag des Aschermittwoch – nicht selten sichtlich aspiringedopt – um im Brunnen auf dem Marktplatz symbolisch ihre leeren Geldbörsen auszuwaschen und diese dort dann öffentlich zum Trocknen aufzuhängen. Eine interessante Tradition, die sich bis heute gehalten hat. Möglicherweise hängen die leeren Geldbeutel diesmal mit 1,5 Meter Abstand zueinander auf der Leine, aber sie hängen. Auch in Zeiten von Corona.

Diese besondere Tradition der leeren Geldbörsen hat mich schließlich an folgende kleine Begebenheit erinnert:

Auf dem Gehsteig einer belebten Einkaufsstraße sitzt ein blinder Mann. Wie jeden Morgen sitzt er da. Vor ihm sein umgedrehter Hut, daneben ein Schild, jeden Tag steht dasselbe drauf: „Ich bin blind und brauche Hilfe!“ Ich selbst sitze auf einer Bank und beobachte das Geschehen. In der einen Hand eine knusprige Butterbreze, in der anderen einen heißen Kaffee.
Ständig gehen Menschen an dem blinden Bettler vorüber, doch einige wenige nur lassen im Vorbeieilen eine Münze in den Hut fallen, manchmal fallen sogar zwei Geldstücke in den Strohhut. Die meisten Passanten allerdings eilen vorüber, ohne den Bettler auch nur eines Blickes zu würdigen. Er sitzt einfach nur da, wie jeden Tag, sitzt am Rande der Einkaufsstraße und dankt nickend für jedes Geldstück, das in seinen Hut fällt. Mein Kaffee ist alle. Ich muss los. Als ich eben aufstehen will, sehe ich, dass eine junge Frau im Trenchcoat vor dem Blinden stehen bleibt. Kann nur ihren Rücken sehen. Sie beugt sich zu ihm hinunter, nimmt sein Schild in die Hand, sucht in der Tasche nach einem Stift und beschreibt die Rückseite der zerknickten Pappe. Soweit ich das aus sicherer Entfernung erkennen kann, wechseln sie dabei kein Wort. Am Ende stellt sie das Schild wieder an seinen Platz, steht auf und geht ihres Weges.
Neugierig und verwundert bleibe ich noch einen Augenblick sitzen. Etwas hat sich verändert. Immer noch eilen Passanten auf dem Platz von links nach rechts und von rechts nach links, aber es klimpert jetzt sehr viel öfter. Ein Geldstück nach dem anderen findet seinen Platz im Hut des blinden Bettlers. Sein Kopf nickt und nickt. Gleichzeitig beginnt er ungläubig mit dem Kopf zu schütteln. Seine Mundwinkel ziehen sich nach oben, er lächelt, nickt, es klimpert, er nickt, es klimpert und klimpert.

Nun muss ich aber wirklich los. Ich stehe auf und gehe auf den Bettler zu. Als ich vor ihm stehe, sehe ich die zerknickte Pappe. Mit schwarzem Stift und geschwungener Schrift hat sie dasselbe geschrieben, was vorher draufstand, nur hat sie andere Worte benutzt: „Es ist ein wunderbarer Tag“, steht dort, „Es ist ein wunderbarer Tag – nur kann ich ihn nicht sehen!“
Ein wohltuender Schauer läuft mir über den Rücken als auch ich ein Nicken und ein Lächeln für mein Klimpern ernte. Was für ein großes Herz sich in dem Trenchcoat verbarg, denke ich noch und mache mich dann zufrieden auf den Weg in den Tag.

Trotz Zeiten wie diesen wollen auch wir unserem Gott von Herzen dankbar sein für das wunderbare Geschenk des Lebens und dabei zugleich uns die Achtsamkeit bewahren gegenüber all jenen, denen gerade so manch schwere Last auf den müden Schultern liegt …

Ihre Pfarrer Wolfgang Popp und Gerd Schamberger

Valentin

Liebe Leserin, Lieber Leser!

Valentin – Bischof und Märtyrer, gestorben am 14. Februar 269 in Rom. Seit Mitte des 4. Jahrhunderts gab es dort auch eine Kirche ihm zu Ehren. Sie soll über seinem Hinrichtungsort und Grab errichtet worden sein.

Valentin gilt als Patron der Bienenzüchter, als Schutzheiliger gegen Mäuseplagen und Ohnmachtsanfälle – vor allem aber als Fürsprecher der Verlobten und einer „guten Heirat”.

Im Mittelalter wurde er als sehr volkstümlicher Heiliger (ähnlich St. Martin oder St. Nikolaus) besonders in Frankreich und England verehrt.

Seitdem ranken sich auch viele Bräuche um den 14. Februar, als den „Tag der Liebenden”. Man war damals der Meinung, dass sich die Vögel an diesem Tag im Februar zu paaren be-ginnen. Und daher „würde ein Mädchen auch den heiraten, den sie am Valentinstag als ersten Mann erblickt”. „Heiratswillige” Männer über-bringen deshalb ihrer Herzensdame möglichst früh am Morgen einen Blumenstrauß.

Diese Idee ist freilich erst Mitte des 20. Jahr-hunderts aus Amerika nach Europa gekom-men.
Der „Valentinstag” ist keine Erfindung der Blumenläden. Der römischen Göttin Juno, Be-schützerin von Ehe und Familie, wurde bereits zu Valentins Zeiten Blumen geopfert.

Die Legende erzählt, Valentin war ein ehrsamer Priester, der ein blindes Mädchen ge-heilt haben soll. Hilfe und Trost Suchenden schenkte er stets eine Blume aus seinem Garten. Trotz eines Verbotes des Kaiser Claudius traute er Liebespaare nach christli-chem Brauch und Ritus und half bei Beziehungs- und Partnerschaftskrisen mit seinem Rat. Deshalb wurde er enthauptet.

Ach ja, vielleicht noch eine Bauernregel zum Schluss: „Ist´s am Valentin noch weiß, blüht zu Ostern schon das Reis.” 😊

Mit herzlichen Grüßen,
Ihre Pfarrer Gerd Schamberger und Wolfgang Popp

„Endlich durch mit dem vielen Dunkel“.

Liebe Gemeindeglieder, liebe Leser*innen,

erst kürzlich jener alles andere als gewöhnliche Jahreswechsel und nun schon wieder der 2. Februar, Mariae Lichtmess oder Darstellung des Herrn. Mit acht Tagen, also zu Neujahr, wird Jesus beschnitten. Mit sechs Wochen, 40 Tage nach der Geburt, trägt nun Maria ihr Kind in den Tempel. Sie reinigt sich kultisch von der Geburt, stellt ihren Erstgeborenen Gott vor und bringt das vorgeschriebene Opfer. Damit endet nun endgültig die Weihnachtszeit und die Tage draußen werden wieder fühlbar länger.

In früheren Jahrhunderten endete hier das übliche Spinnen in den Stuben und die Arbeiten auf den Feldern wurden vorbereitet. Viele bäuerliche Regeln ranken sich um jenen 2. Februar. Kerzenweihe und Lichterprozessionen grüßten das zunehmende Licht und füllten diesen besonderen Tag zeitlich genau in der Mitte zwischen Wintersonnenwende und der Tag- und Nachtgleiche im März.

Sechs Wochen nach der Geburt – da normalisiert sich alles. Mutter und Kind haben sich aneinander gewöhnt, das neue Familienmitglied ist in der Familie angekommen. Beim ersten Kind, so wie bei Maria, sind alle Mütter und Väter noch unsicher, ob sie denn auch alles richtig machen. Aber nach sechs Wochen klappt selbst das Wickeln wie im Schlaf. Alles hat sich eingespielt. Mutter und Kind samt Vater haben ihren Rhythmus gefunden.

Hinter Maria liegt ein bewegtes Jahr voller Umbrüche und Umstellungen. Ihr Leben hat sich komplett umgekrempelt. Jener Engel, der ihr sagt: Du wirst ein Kind bekommen. Doch von wem soll das Kind sein, da ich von keinem Mann weiß, denkt sie. Ein Kind ohne Vater, in einer Gesellschaft, die Frauen steinigt, die ein uneheliches Kind erwarten.

Teenagerschwangerschaft. Was sagen ihre Eltern dazu? Wie Josef, ihr Freund, reagiert, deutet das Matthäusevangelium an: eigentlich wollte er sie sitzenlassen. Maria läuft weg von zuhause. Bei Elisabeth erlebt sie, wie Leben wachsen kann. Erst nach einem Vierteljahr findet sie schließlich die Kraft, nach Hause zurückzukehren.
Der Körper stellt sich um. Fühlt sich ab und an unwohl. Der Bauch wird rund und schwer. Sie spürt das Baby in sich, wie es sich bewegt und strampelt. Dann, als sie hochschwanger ist und jede werdende Mutter sich in Ruhe auf die Geburt vorbereiten möchte, muss sie erneut los, diesmal nach Betlehem. Eine Mehrtagestour, zu Fuß und das in ihrem Zustand. Und auf einmal war es da, lag in ihren Armen – jenes winzig anmutende neue Menschlein. Und dazu sollte es auch noch ein Gotteskind sein?

Wenn das keine Umstellungen sind! Innerhalb von neun Monaten ist aus dem Teenagermädchen eine junge Frau geworden, aus dem Kind eine Mutter und Ehefrau. Diese Maria, die vor nicht einmal einem Jahr noch verträumt und kichernd dagesessen hatte wie wohl alle hippeligen 13-Jährigen dieser Welt, sie ist nun für eine Familie verantwortlich.

Sechs Wochen nach der Geburt, bis heute Zeit des Mutterschutzes. Dann kehrt langsam wieder Normalität ein. Maria hält ihren Sohn im Schoß und schäkert mit ihm. Der kleine Nackedei juchzt ausgelassen und patscht mit seinen Händchen in ihr Gesicht. Greift nach ihrem Schmuck und streckt seine Arme nach allem Möglichen aus. Augenblicke unbeschwerten Glücks, Szenen der Lebensfreude, Momente, in denen Maria mit innigem Blick in ihr Kind versunken scheint.

Lichtmess: Draußen singen schon wieder die Vögel. Unter schwindendem Schnee graben sich bereits die Maulwürfe ans Licht. Sechs Wochen nach der Geburt zieht für Maria und ihr Kind endlich wieder ein Stück Alltag ein. Sie kehren nach Nazareth zurück. „Das Kind aber wuchs und wurde stark, voller Weisheit, und die Gnade Gottes lag auf ihm“, so in unsrer Bibel (Lk 2, 40). Zwei Alte haben sie zuvor im Tempel mit offenen Armen empfangen, Simeon und Hanna. Haben Eltern und Kind gesegnet und sich mit ihnen gefreut.

Von solcher Freude wollen auch wir uns anstecken und uns genau daran erinnern lassen: Bald wohl kehrt hoffentlich auch bei uns wieder schrittweise Gewohntes zurück nach allem, was da zuletzt war und uns noch immer gerade ziemliche Sorge macht …

Ihre Pfarrer Wolfgang Popp und Gerd Schamberger

Fakt oder Fiktion

Liebe Gemeindeglieder,
liebe Leser*innen,

Kerzen aus, Krippe weg, Baum raus – bei den meisten jedenfalls. Weswegen es auch vielen von uns gar nicht mehr so wirklich bewusst ist: Im Kirchenjahr – da sind wir noch immer mittendrin im sogenannten Weihnachtsfestkreis. Deswegen wollen auch wir knapp vier Wochen später nochmal ganz gezielt zurückschauen auf das erlebte Christfest…

Uns dabei vor Augen führen, warum es so ungemein wichtig ist, die weihnachtlichen Worte der lukanischen Überlieferung im Original zu bewahren. Möchten darum von Herzen dankbar sein, dass jenes rundum bahnbrechende Ereignis nun schon gut 2.000 Jahre zurückliegt und dieses Jesuskind nicht erst letztes Weihnachten – gar unter Corona-Bedingungen – erstmals zur Welt kam. Wäre nämlich Jesus im Jahr 2020 geboren, würde die Botschaft von seiner Geburt Jahrhunderte später vielleicht so klingen:

„In jenen Tagen herrschte eine Pandemie auf der gesamten Erde – das war so zum ersten Mal. Jeder, der die Geburt Jesu in den Kirchen mitfeiern wollte, musste sich in Listen eintragen lassen. Maria und Josef fanden auf ihrer Suche keine geeignete Herberge, weil es im ganzen Land striktes Beherbergungsverbot gab. Darum sind beide auch nicht klopfend von Haus zu Haus gegangen. Eine abendliche Ausgangssperre tat ihr Übriges. Als ein Hirte sagte, er hätte schon seit einigen Tagen die Grippe, da erschrak Josef, weil er Angst hatte vor dem Coronavirus. Weniger um sich selbst als um Maria und ihr noch ungeborenes Kind. Und als Josef dann endlich für Maria einen passenden Stall gefunden und dort alles Nötige vorbereitet hatte, da erfährt man plötzlich, dass dort kein hinreichendes Hygienekonzept erarbeitet und auch vorm Stall kein Desinfektionsmittel aufgestellt war, weil man eben nicht mit Besuch rechnete. Weiter war zu hören, dass die Heiligen Drei Könige mit massiven Einreisebeschränkungen kämpften, weil sie danach für 10 lange Tage in Quarantäne zu gehen hätten. Und dass die Hirten dann auch nur mit Maske und ausreichend Abstand in den Stall dürften. Und andere Hirten konnten auch nicht auf der Flöte spielen, weil es der fliegenden Aerosole wegen zu gefährlich war.

Man durfte darum dem Kind in der Krippe nicht einmal ein Lied singen. Nur die Engel, denen von jeher das GLORIA vorbehalten war, die waren draußen im Freien, die freilich durften singen, weil sie weit genug weg –  von den himmlischen Höhen her – ihre Stimmen erklingen lassen konnten. Und die Hirten sollten dem Jesuskind nur ein einfaches Schaffell schenken, das vorher gründlichst desinfiziert wurde. Darüber aber waren Maria und Josef sehr dankbar, denn im Stall war‘s oft ziemlich kalt, weil sie ja regelmäßig lüften mussten. Und das Päckchen, das ein kleiner Hirte dem Jesuskind brachte, war Klopapier und dazu eine große Tüte Nudeln – denn diese beiden Dinge hatte er auf Vorrat in seinem Keller auf die Schnelle noch gefunden. Und es begab sich zu der Zeit, dass ein Gebot von der Regierung des Landes ausging, dass alle Welt getestet würde. Und eine solche Testung gab es nicht nur einmal, sondern kehrte immer wieder und all das geschah zu der Zeit, als ein befremdlicher, höchst eigenwilliger Herrscher bis zum 20. Januar des Folgejahres krampfhaft an seiner Macht festzuhalten schien. Und jedermann ging, dass er sich testen ließe, ein jeder in sein nächst gelegenes Testzentrum. Und der Engel des Herrn trat herzu und sprach: ‚Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der mRNA-Impfstoff geboren, welcher ist BNT162b2 von BioNTech/Pfizer, Moderna und AstraZeneca. Und das habt zum Zeichen: Ihr werdet auf eine schriftliche Nachricht zur Registrierung hin besuchen euer zuständiges Impfzentrum, dort mutig die Ärmel hochkrempeln und euch – priorisiert und schön der Reihe nach – bald schon einen kleinen Pieks in den Oberarm verpassen lassen. Werdet dabei kurz die Zähne zusammenbeißen und dann – zwar nicht erlöst – aber eben doch wenigstens um einiges erleichtert sein.“  

So sind wir alle heilfroh und von Herzen dankbar, dass vom weihnachtlichen Geheimnis wohl allein in den Evangelien verlässlich und glaubwürdig Zeugnis abgelegt wird und alles andere eben bloße Fiktion ist – somit Ihnen allen nun eine weiterhin anhaltend weihnachtliche Zeit eben auch noch in den ersten Wochen des noch immer recht jungen Neuen Jahres, 

Ihre Pfarrer Wolfgang Popp und Gerd Schamberger

„Vierter König“

Liebe Gemeindeglieder, liebe Leser*innen,

Zu Beginn des nun neu begonnenen Jahres sind wir auf folgende russische Legende gestoßen – sie trägt den Titel: „Vom vierten König“.

„Außer Caspar, Melchior und Balthasar war auch ein vierter König aus dem Morgenland aufgebrochen, um dem Stern zu folgen, der ihn zu dem göttlichen Kind führen sollte. Drei wertvolle Edelsteine hatte er im Gepäck und mit den drei anderen Königen einen Treffpunkt vereinbart. Aber sein Reittier lahmte. Er kam nur langsam voran, und als er bei der hohen Palme eintraf, war er dort allein. Nur eine kurze Botschaft, in den Stamm des Baumes geritzt, sagte ihm, dass die anderen ihn in Bethlehem erwarten würden.

Er zog also weiter und entdeckte am Wegrand ein Kind, bitterlich weinend und blutigen Knien. Voll Mitleid nahm er das Kind auf sein Pferd und ritt in das Dorf zurück, durch das er zuletzt gekommen war. Er fand eine Frau, die das Kind in Pflege nahm. ER legte einen Edelstein dazu, damit sein Leben gesichert sei. Dann ritt er weiter, seinen Freunden nach. Er fragte die Menschen nach dem Weg, denn den Stern hatte er längst verloren…

Eines Tages erblickte er den Stern wieder, eilte ihm nach und wurde von ihm durch eine Stadt geführt. Ein Leichenzug begegnete ihm. Hinter dem Sarg eine verzweifelte Frau mit ihren Kindern. Der vierte König sah sofort, dass nicht allein die Trauer um den Toten diesen Schmerz hervorrief. Der Mann und Vater wurde zu Grabe getragen. Die Familie war in Schulden geraten, und vom Grabe weg sollten die Frau und die Kinder als Sklaven verkauft werden. Er nahm nun auch den zweiten Edelstein, der eigentlich dem neugeborenen König zugedacht war. „Bezahlt, was ihr schuldig seid, kauft euch Haus und Hof und Land, damit ihr eine Heimat habt!“

Er wendete sein Pferd, wollte dem Stern entgegen reiten – doch dieser war zwischenzeitlich erloschen. Sehnsucht nach dem göttlichen Kind und tiefe Traurigkeit überfielen ihn. Würde er sein Ziel nie erreichen?
Eines Tages leuchtete sein Stern wieder auf und führte ihn durch ein fremdes Land, in dem Krieg wütete. In einem Dorf hatten Soldaten Bauern gefangen. Die Frauen schrien und Kinder wimmerten. Grauen packte den König, Zweifel stiegen in ihm auf. Er besaß nur noch einen Edelstein – sollte er denn mit leeren Händen vor dem König der Menschen erscheinen? Doch dies Elend war so groß, dass er nicht lange zögerte, mit zitternden Händen seinen letzten Edelstein hervorholte und damit das Dorf vor der Verwüstung loskaufte.

Müde und traurig ritt er weiter. Sein Stern leuchtete nicht mehr. Jahrelang wanderte er. Zuletzt zu Fuß, da er auch sein Pferd verschenkt hatte. Schließlich bettelte er, half hier einem Schwachen, pflegte dort Kranke; keine Not blieb ihm fremd, selbst die Sklavenarbeit nicht. Jahre vergingen. Er vergaß, sie zu zählen. Grau war sein Haar, müde sein zerschundener Körper geworden. Doch irgendwann leuchtete sein Stern wieder auf. Und was er nie zu hoffen gewagt hatte, geschah. Man schenkte ihm die Freiheit wieder; an der Küste eines fremden Landes wurde er ausgesetzt. In dieser Nacht träumte er von seinem Stern, von seiner Jugend, als er einst aufgebrochen war, um den König aller Menschen zu finden. Eine Stimme rief ihn: „Eile, eile!“

Sofort brach er auf, er kam an die Tore einer großen Stadt. Aufgeregte Gruppen von Menschen zogen ihn mit, hinaus vor die Mauern. Angst schnürte ihm die Brust zusammen. Einen Hügel schritt er hinauf. Oben ragten drei Kreuze. Der Stern blieb über dem Kreuz in der Mitte stehen, leuchtete noch einmal kurz auf und war dann erloschen. Ein Blitz warf den müden Greis zu Boden. „So muss ich also sterben“, flüsterte er in Todesangst, „sterben, ohne dich gesehen zu haben? Bin also umsonst durch die Städte und Dörfer gewandert wie ein Pilger, um dich zu finden, Herr?“ Seine Augen schlossen sich. Die Sinne schwanden. Da aber traf ihn der Blick des Menschen am Kreuz, ein unsagbarer Blick der Liebe und Güte. Vom Kreuz herab sprach die Stimme: „Du hast mich getröstet, als ich jammerte, und gerettet, als ich in Lebensgefahr war; du hast mich gekleidet, als ich nackt war!“ Ein Schrei durchbebte die Luft – der Mann am Kreuz neigte das Haupt und starb. Der vierte König erkannte mit einem Mal: Dieser Mensch ist der König der Welt. Ihn habe ich gesucht in all den Jahren.

Er hatte ihn also nicht vergebens gesucht in all den Jahren, sondern ihn am Ende doch noch gefunden.

Die eine oder andere Erfahrung jenes einst leicht verspätet angekommenen, vierten Königs, die wünschen wir auch Ihnen und uns für diese ersten Tage und Wochen des neue begonnenen Jahres 2021 – hoffen dabei stets auf Gottes spürbaren Segen und bitten ihn auch weiterhin um möglichst stabile Gesundheit,

Ihre Pfarrer Wolfgang Popp und Gerd Schamberger

Achtung Neuland! – Betreten erlaubt!

Liebe Gemeindeglieder, liebe Leser*innen,

vor wenigen Stunden nun hatten wir ihn: Den wohl ungewöhnlichsten Jahreswechsel seit Langem. Ein verrücktes Jahr ging zu Ende, seitdem vor ca. 9 ½  Monaten die Corona-Pandemie über uns hereinbrach. Und noch viel mehr als zu jedem anderen Jahreswechsel liegt sowohl die eigene wie auch die gesellschaftliche Zukunft im Ungewissen. Denn das Leben läuft eben derzeit so gar nicht in vertrauten Bahnen. Wird all das irgendwann auch wieder anders werden, fragen viele.

Die Corona-Pandemie hat vermeintliche Gewissheiten mächtig ins Wanken gebracht, hat diese doch gezeigt, wie verletzlich unser Leben im Grunde ist und auch immer bleiben wird – wenigstens irdisches. Demnach schauen nicht wenige von uns auch mit bangem und zugleich sorgenvollem Blick in die Zukunft.

In diesen gerade alles andere als unbeschwerten Zeiten kommt nun die biblische Jahreslosung für das Jahr 2021 gerade recht. Sie stammt aus der sog. „Feldrede“ bei Lukas, der Parallele zur wohl deutlich bekannteren Bergpredigt bei Matthäus. Jesus spricht auf einem Feld zu einer großen Menschenmenge. „Und alles Volk suchte ihn anzurühren, denn es ging Kraft von ihm aus und heilte sie alle“ (Lk 6, 19).

© Friedbert Simon | www.pfarrbriefservice.de

Heilung geschieht hier durch die Kraft, die Jesus verströmt. Wo Menschen Gott begegnen und ihm vertrauen, da erfahren sie eine solche heilsame, lebensfördernde Energie. Es ist die Kraft der Liebe: „Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist!“ Gelebte Barmherzigkeit – sie kann Leben spürbar verändern. Hoffen wir’s gerade auch für 2021!

„Wir werden in ein paar Monaten wahrscheinlich viel einander verzeihen müssen.“  So hat man zu Beginn des Corona-Ausbruchs von politisch verantwortlicher Seite hören können. Dies freilich stimmt. Stimmt eigentlich immer und doch eben derzeit besonders.
Selbstverständlich aber ist das nicht. Allerorten herrscht „große Gereiztheit“. Dass bei manchen nach Monaten im Ausnahmezustand die Nerven blank liegen, kann man sicherlich verstehen. Dagegen nicht zu akzeptieren ist, wenn plötzlich Plattformen sozialer Medien zu Tummelplätzen für Hassreden, Beleidigungen und Verschwörungen werden. Rechthaberei und Unbarmherzigkeit werden keine Heilung in Krisen bewirken. Dürfen uns darum an einen solchen Ton gar nicht erst gewöhnen.

„Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist!“

Wollen uns aber auch nicht die Perspektive auf die Realität verrücken lassen. Barmherzigkeit haben gerade in der Krise viele konkret gezeigt: in der Pflege daheim, in Altenheimen und Kliniken. Aber auch indem wir andere schützten, in Nachbarschaft und Gemeinde spontan und kreativ Hilfen ermöglichten. Weit ab so manch schriller Töne ist die Corona-Zeit längst zu einem Erprobungsraum gelebter Barmherzigkeit geworden.

„Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist!“

Bei allen Herausforderungen, die uns im Jahr 2021 begegnen werden, brauchen wir vor allem Kräfte, die heilen. Natürlich hoffen wir dabei auch sehr auf medizinisch wirksamen Impfstoff – unbedingt. Brauchen zugleich aber auch Heilung für unser Miteinander. Sozusagen einen Impfstoff für die Seele. Barmherzigkeit – dies könnte ein solcher sein. Gar nicht so sehr komplex injiziert in einem der vielen Impfzentren, sondern schlicht geschenkt von Gott.

Nach einem für viele diesmal eher stillen und nachdenklichen Jahresausklang Ihnen allen nun erste ermutigende wie gleichermaßen zuversichtliche Schritte auf noch frischem Boden 2021 – und bleiben dabei bitte oder werden Sie bald schon wieder gesund,

Ihre Pfarrer Wolfgang Popp und Gerd Schamberger

Silvester … ohne Knall?

Liebe Leserin, lieber Leser!

Letzte Woche höre ich doch tatsächlich den vom Lockdown sehr enttäuschten Chef einer Feuerwerkskörper-Fabrik am Fernseher sinngemäß sagen: Die Menschen brauchen das Feuerwerk am Jahresende, die Möglichkeit zum Knallen und zum Böllern. Schließlich vertreibt man damit die Geister und Ängste. Und davon haben wir ja zurzeit genug…

Ich denke mir, ob er das wirklich selbst glaubt. Ob das überhaupt noch ein Mensch in Deutschland glaubt, dass die Knallerei zum Jahreswechsel böse Geister vertreiben hilft? Es scheint offensichtlich so. Stimmt, Jahrhunderte lang war das tatsächlich ein Grund, warum Menschen an Silvester mit viel Lärm und Getöse durch ihr Orte und Städtchen gezogen sind. Das zu Ende gehende Jahr sollte mit seinen Gespenstern so vertrieben werden. Damit dann das neue Jahr frei von bösen Mächten und dunklen Schatten beginnt.

Die alten Germanen veranstalteten traditionell ein „Höllenspektakel“. Jeder machte so viel Lärm, wie er nur konnte. Je lauter desto besser. Denn sie sollen die Silvesternacht besonders gefürchtet haben. Sie zündeten sogar Holzräder an, die sie brennend ins Tal rollen ließen, um die Finsternis und die bösen Geister zu verjagen. Im Mittelalter nahm man an Silvester dazu dann Rasseln, Töpfe und andere Gegenstände zum Lärmen.

Und mit dem Christentum kam ab dem 10. Jahrhundert das Läuten der Kirchen-glocken und das Spielen von Pauken und Trompeten hinzu. Später dann auch das Abfeuern von Gewehren und Kanonen.

Erst zum Anfang des 20. Jahrhunderts wurden durch die industrielle Produktion Feuerwerkskörper für alle käuflich erschwinglich. Und das Zünden von Böllern, Raketen und anderen Feuerwerkskörpern auf einmal wieder „modern“. Es hat also eine lange Tradition. 

Gott sei Dank denken viel Menschen heute weiter und sehen das Silvester-Böllern und „Feuerwerken“ zurecht kritisch. Die Initiative „Brot statt Böller“ oder kritische Stimmen zum entstehenden Feinstaub, der Dreck auf den Straßen, die Lärmbelästigung, die Angst viele Tiere vor dem Knallen und nicht zuletzt die unglaublich hohen Summen, die da in der Silvesternacht im wahrsten Sinn des Wortes „in die Luft gepulvert“ werden.

Bisher waren es allein in Deutschland jährlich mehr als 100 Millionen Euro.

Ob die Knallerei zum Jahreswechsel „böse Geister“ vertreibt? Wohl kaum. Zu-dem, „die Geister des Jahres 2020“ waren wohl eher kleine Viren. Wenn es et-was zu vertreiben gäbe, dann sie. Und wäre das möglich, dann gäbe es morgen sicher ein wirklich spektakuläres Feuerwerk zu sehen.

Aber um Viren zu vertreiben, braucht es keinen Lärm, sondern medizinische Hilfe.

Bleibt trotzdem die Frage nach den bösen Geistern. Wie steht es damit im 21. Jahrhundert?
Heute nennen wir sie nicht mehr „Geister“. Aber Angst und Sorgen, Unsicherheit und Zweifel kennt jeder von uns gut. Vielleicht waren sie bei so manchem von uns in diesem Jahr eine Art ständiger Begleiter und haben unser Denken und Tun bestimmt.

Und wer in den vergangenen Monaten gar selbst von Krankheit betroffen war oder Angst um seine Existenz hatte, der hat diese „Geister“ deutlicher zu spüren bekommen, als ihm lieb war.


Ich glaube, selbst in der dunkelsten Nacht braucht es keinen Lärm, um die Finsternis zu vertreiben. Dazu haben wir Weihnachten gefeiert. „Weil Gott in tiefster Nacht erschienen, kann unsre Nacht nicht traurig sein!“ so in einem Lied unseres Gesangbuches (EG 56).

Und der Apostel Paulus schreibt es in seinem Römerbrief zum Silvesterabend:

„Denn ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes noch irgendeine andere Kreatur uns scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserem Herrn.“

(Römer 8,38f)

Kommen Sie gut ins neue Jahr 2021.

Mit herzlichem Gruß
Ihre Pfarrer Gerd Schamberger und Wolfgang Popp

Heilig Abend und Weihnachten 2020

Heilig Abend und Weihnachten – Tage, die für viele Menschen so etwas wie der Höhepunkt des Jahres sind; ja bei manchem vielleicht sogar noch ein bisschen mehr. Ich glaube, der Grund dafür ist, dass wir uns an diesen Tagen berühren lassen. Berühren von der Geschichte dieses Kindes und von großer Hoffnung. Ja, Hoffnung – sie steckt wohl in jedem von uns.

An Heilig Abend und Weihnachten ist die Stimmung in mir einfach eine andere. Ich öffne erwartungsvoll mein Herz. Etwas Besonderes wirkt da in mir.  Gott kommt zur Welt. Er wird ein Mensch, wie wir alle auch. Und das bedeutet: Seit dieser Heiligen Zeit fühlt Gott mit uns.

Schon die ersten Worte, die wir in der Heiligen Nacht von Gott hören, sprechen uns ganz tief an. Der Engel sagt: „Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren.“

Der Heiland – das meint den mitfühlenden Gott. Und zwar als Mensch. Er isst und trinkt; er sehnt sich und hat Schmerzen; er wird angefeindet und bekommt und gibt Liebe. Das schenkt Hoffnung. Im geborenen Jesuskind fühlt Gott mit uns Menschen.

Wir wissen, es ist nicht immer leicht, ein Mensch zu sein. Manche von uns sind voller Furcht und Sorge, wie ihr Leben weitergeht. Vielleicht macht sie die Situation um CoVid 19 ganz fertig, das ständige Hin und Her. Vielleicht haben sie einen Menschen verloren, oder sind selbst erkrankt. Vielleicht wird ihr Geld oder die Rente ständig weniger, trotz vieler Arbeit. Oder ein Mensch musste aus seiner Wohnung ins Heim ziehen, braucht Pflege. So Vieles ist nicht leicht zu verkraften.

Andere dagegen tönen groß daher und versetzen ihre Mitmenschen in Furcht und Schrecken. Plötzlich sehen und hören wir wieder, dass Juden in Deutschland Angst haben. Nachbarn mit anderer Hautfarbe werden tätlich angegangen. Menschen schlagen um sich, wenn sie sich benachteiligt fühlen. Kinder und Frauen können sich nicht überall sicher fühlen. Es ist entsetzlich und das darf nicht einfach „unter den Tisch fallen“, weil wir gerade sehr mit uns selbst beschäftigt sind.

Es ist schwer, ein Mensch zu sein. Manche geben sich auf; andere wollen immer mehr. Da kann man sich schon Gedanken machen – und fürchten.

Wir müssen es aber nicht. „Fürchtet euch nicht!“ sagt der Engel; „euch ist heute der Heiland geboren.“ Der mitfühlende Gott wird ein Mensch. Eben weil es oft so schwer ist, ein Mensch zu sein.

Jesus hat uns gezeigt, wie es trotzdem gehen kann. Er ist Mensch gewesen wie wir. Auch wir können versuchen zu leben, wie er gelebt hat. Wir können versuchen mitzufühlen, mit anderen. Auch sie haben Furcht, vielleicht Sorge. Auch sie leiden manchmal – wie wir. Oft wollen uns andere gar nichts Böses – auch wenn es so wirkt – sie wollen nur irgendwie durchs Leben kommen, nicht untergehen. 

Wir Christen haben dann einen kleinen Vorteil: Wir wissen darum. Wissen, dass Menschsein oft so schwierig ist. Daher können wir auf-passen, dass wir nicht mit gleichen Mitteln antworten. Nicht Gleiches mit Gleichem vergelten. So stelle ich mir Jesus vor, wenn er angefeindet und angegriffen wurde. Biblische Geschichten erzählen uns davon. Er hat vielleicht erst einmal tief Luft geholt und sich gesagt: Ich will jetzt nicht ebenso antworten. Ich will jetzt einen guten Geist bewahren. Mit Gottes Hilfe. Und erst dann hat er reagiert. So friedlich wie möglich. Liebevoll und verständig. Er hat sich sein Leben lang berühren lassen; wie wir uns in diesen Tagen von Weihnachten.

Seit Jesus weiß ich: Wir Menschen können das. Wir müssen nicht bitter und feindlich werden. Wir können auch gütig sein und freundlich bleiben. Auf der Arbeit, im Verein, als Nachbarn oder in der Familie.

Wir müssen nicht resigniert oder mit Wut leben. Wir können ebenso tun wie Jesus: Wir können für unsere Fehler um Entschuldigung bitten; und wir können verzeihen. Wir müssen nicht nachtragend sein. 

Und wenn ich selbst um Hoffnung ringe?

Ich weiß mich verbunden mit Gott. Ich brauche keine Angst haben vor dem, was vielleicht kommt. Als Gottes Kind bin ich in seiner Hand geborgen. Ich kann ihm sagen, was mich berückt. Ich darf ihm getrost an sein Herz legen, was mir zu schwer wird. Ich weiß, er versteht mich. Eben weil er selbst unterwegs war in einer Welt, die zuweilen Angst macht und voll Unsicherheiten ist wie in dieser Zeit. 

Mit Heilig Abend begann Gott, mit uns Menschen zu fühlen. Selbst zu spüren, dass das Leben oft nicht leicht ist. Und er gibt uns damit ein Beispiel: Gefühl füreinander zu haben. Auch, wenn wir momentan Abstand halten müssen – wir sind im Herzen und im Glauben miteinander verbunden. Ich glaube wirklich, das macht unser Leben weniger schwer. Dann nehmen wir einander auch etwas Furcht im Leben. Wir stärken uns gegenseitig und werden selbst zu einem Engel, der anderen zeigt: Fürchte dich nicht; du bist nicht allein. Gott selbst weiß, wie es dir geht und er steht dir bei.

Ich wünsche Ihnen gesegnete Tage, auch im Namen von Pfarrer Gerd Schamberger.
Ihr Pfarrer Wolfgang Popp 

700 x Weihnachtstüten

Die Evangelisch-Lutherische Pfarrei Pappenheim grüßt Ihre Gemeindeglieder in Geislohe, Göhren, Niederpappenheim, Osterdorf, Übermatzhofen, Zimmern und Pappenheim einschließlich Seniorenheim und Haus Altmühltal mit einer kleinen Weihnachtüberraschung in der Tüte und wünscht auf diese Weise allen gerade auch in solch bangen Zeiten ein frohes und gleichermaßen zuversichtliches Christfest mit dem tröstlichen Engelsruf im Rücken: „Fürchtet Euch nicht! Euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der HERR, in der Stadt Davids.“

Licht aus Bethlehem

Liebe Gemeindeglieder, liebe Leser*innen,

bei dieser Gelegenheit so kurz vor dem nahenden 4. Advent und den bevorstehenden Weihnachtstagen würden wir Sie gern mal was fragen: Sagt Ihnen das „Friedenslicht aus Bethlehem“ etwas? Wenn nicht, hier in aller Kürze ein paar wichtige Details dazu.

Das Friedenslicht aus Bethlehem ist eine ökumenische, gemeinsam von den Pfadfinderverbänden getragene Aktion zur Advents- und Weihnachtszeit. Das Licht aus Bethlehem ist ein Symbol der Sehnsucht nach Frieden, die tief in uns allen steckt.

Gleichzeitig erinnert das Friedenslicht an unsere Verantwortung, uns stets für den Frieden in der Welt zu engagieren. Erst jüngst mit der ökumenischen Friedensdekade im November haben wir genau das hier in Pappenheim ja auch wieder miteinander getan.

Wollen so weiterhin auf die Verheißung Gottes vertrauen – und bauen darauf, dass auch die vielen Kriegsparteien in aller Welt gegenseitiges Vertrauen wagen können.

Das in der Geburtsgrotte Jesu in Bethlehem entzündete Licht wird als Zeichen der Versöhnung, des Friedens und der Völkerverständigung alljährlich in nahezu der ganzen Welt verteilt. Mit Teilnehmenden in vielen Städten und Regionen Deutschlands brennt das Licht aus Bethlehem jedes Jahr in vielen Haushalten, Kirchen, Institutionen und Unternehmen.

Die Pfadfinder Europas nehmen das Friedenslicht aus Bethlehem jedes Jahr in der österreichischen Hauptstadt Wien entgegen und verteilen es traditionell am 3. Advent in ihren Ländern und Regionen.

Nach ihrer Rückfahrt finden jeweils in den jeweiligen Gemeinden sogenannte Aussendungsfeiern statt, bei denen dann das Licht den Pfadfindern vor Ort übergeben wird.

So haben auch wir es uns heuer aus der katholischen Kirche hier in Pappenheim holen dürfen, damit es auch in unserer Stadtkirche brennen kann. Darum wird man nun auch bei uns in der Kirche dieses besondere Friedenlicht entdecken und mit einer eignes mitgebrachten Laterne kann man dann sogar gemeinsam mit Mama, Papa, Oma oder Opa dieses Friedenslicht auch gern mit nach Hause nehmen.

In diesem Sinne nun Ihnen allen einen lichten und gleichermaßen friedvollen
letzten Adventssonntag bei möglichst auch weiterhin stabiler Gesundheit,

Ihre Pfarrer Wolfgang Popp und Gerd Schamberger

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